Auswirkungen der Feuchtigkeit auf Stanyl®Wie alle Polyamide absorbiert Stanyl aufgrund seiner Amidgruppen Feuchtigkeit. Die Aufnahme ist reversibel und hängt von der Temperatur, der relativen Luftfeuchtigkeit der Umgebung und der Wanddicke des Formteils ab. Generell führt die Feuchtigkeitsaufnahme zu einem Abfall der Glasübergangstemperatur (siehe Bild unten), was erhöhte Zähigkeit sowie reduzierte Steifigkeit und Festigkeit zur Folge haben kann. Der feuchtebedingte Steifigkeitsverlust ist bei Stanyl aufgrund seiner hohen Kristallinität gegenüber anderen Polyamiden gering. Oberhalb der Glastemperatur (Tg, 75 °C) wird die Leistungsfähigkeit durch Feuchtigkeitsaufnahme nicht beeinträchtigt. Da Stanyl meist bei höheren Betriebstemperaturen eingesetzt wird, ist die Auswirkung der Feuchtigkeit kaum wahrnehmbar. Wettbewerbsmaterialien, wie teilaromatisierte Polyamide, haben eine höhere Tg oft im Bereich der Betriebstemperatur. In diesem Fall ist ein feuchtebedingter Abfall des Tg mit einer Änderung der Eigenschaften bei kritischen Betriebstemperaturen verbunden. Die höhere Tg erfordert außerdem höhere Werkzeugtemperaturen, sodass öl- oder elektrisch beheizte Werkzeuge eingesetzt werden müssen, was mit erhöhten Sicherheitsrisiken, Werkzeug- und Wartungskosten verbunden ist und die Verarbeitung erschwert. Bei längerer Wärmeeinwirkung über 100 °C trocknet Stanyl aus – je höher die Temperatur, desto schneller. Die Eigenschaften nähern sich dabei denen der „Trocken“-Kurve. Dies ergibt ein beständiges Eigenschaftsprofil über einen weiten Temperaturbereich, insbesondere wenn auch noch die Auswirkung des Temperns berücksichtigt wird. Schubmodul glasfaserverstärkter Thermoplaste
Feuchtigkeitsaufnahme bewirkt Maßänderungen. Diese sind jedoch begrenzt, da für viele Anwendungen Materialtypen mit hohem Füllstoffanteil eingesetzt werden. Aufgrund der Glasfaserorientierung treten die Maßänderungen vorwiegend quer zur Fließrichtung auf (Wanddicke, siehe die beiden nächsten Tabellen), was im Hinblick auf die Abmessungen oft weniger kritisch ist. Maßänderung als Funktion der Feuchtigkeitsaufnahme bei nicht-flammwidrigen Typen
Hinweis:
Maßänderung als Funktion der Feuchtigkeitsaufnahme bei nicht-flammwidrigen Typen
Die Auswirkung der Feuchtigkeit auf die Abmessungen ist im Gegensatz zur Temperatur gering (vgl. die linearen Wärmeausdehnungskoeffizienten in nachstehende Tabelle). Stanyl hat sich in vielen abmessungskritischen Fällen, einschließlich bei kleinen Steckverbindern, Zahnrädern oder SMT-Bauteilen, als äußerst dimensionsstabiles Material bewährt. Für E&E-Anwendungen mit erhöhten Anforderungen an die Dimensionsstabilität wurden spezielle flammwidrige, verstärkte Typen entwickelt: Stanyl High Flow 46HF5050 und 46HF5041LW. Typische Wärmeausdehnungskoeffizienten für Stanyl
Feuchte wird normalerweise bei Raumtemperatur aufgenommen. Der Vorgang ist relativ langsam und nimmt bis zum Erreichen des Gleichgewichts viel Zeit in Anspruch. Bei Betriebstemperaturen, die für Anwendungen aus Stanyl oft über 100 °C liegen, trocknet das Material extrem schnell. Bei typischen Anwendungen kommt es daher höchst selten zur vollständigen Sättigung (siehe Bild unten), sodass sich die Auswirkungen der Feuchtigkeitsaufnahme in sehr engen Grenzen halten. Wasseraufnahme von Stanyl bei 23 °C und 50 % r.L. und nachfolgender Desorption bei 180 °C (Probendicke 3,2 mm)
Tempern reduziert die Feuchtigkeitsaufnahme signifikant
Während sich Eigenschaften wie Steifigkeit, Festigkeit, Ermüdungsbeständigkeit, Kriechverhalten und Abriebfestigkeit durch Tempern generell verbessern lassen, kann die Zähigkeit dabei leicht abnehmen. Sie bleibt jedoch auf einem Niveau über dem von Wettbewerbsmaterialien. Dies ergibt ein stark optimiertes Eigenschaftsprofil für Anwendungen wie Zahnräder. Reduzierung der Wasseraufnahme von Stanyl-GF und Wettbewerbsmaterialien bei mehreren Temperbedingungen
Blasenbildung
- Lagern Sie die Teile unter möglichst trockenen Bedingungen. Feuchtekontrolle bei der VerarbeitungHohe Restfeuchte in der Schmelze kann beim Verarbeiten Silberschlieren oder Spritzmarkierungen an den Formteiloberflächen verursachen. In extremen Fällen kommt es auch zum Abbau des Basispolymers mit nachfolgendem Abfall der Viskosität. Um dies zu verhindern, wird Stanyl als trockenes Granulat in luft- und feuchtigkeitsdichten Säcken geliefert. Material, das über längere Zeit mit Umgebungsluft in Berührung kommt, nimmt Feuchtigkeit auf und sollte vor dem Verarbeiten getrocknet werden. Trocknen
Spritzgießen
Werkzeugkonstruktion
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