Die mechanischen Eigenschaften von Stanyl® in Abhängigkeit von Temperatur, Feuchtegehalt und AlterungsdauerDie Zusammensetzung des jeweiligen Compounds, insbesondere die Art und Menge der eingesetzten Verstärker und Additive, hat großen Einfluss auf das effektive Niveau dieser Eigenschaften. Steifigkeit Aufgrund seiner Kristallinität bleibt die Steifigkeit von Stanyl zu einem Großteil bis in erhöhte Temperaturen nahe dem Schmelzpunkt erhalten. Das bietet im Gegensatz zu normalen technischen Thermoplasten, wie PA6, PA66 und Polyester, ein größeres Sicherheitsfenster für kritische Anwendungen. Andere Hochtemperaturpolymere, wie PPA und PPS, haben sehr hohe Moduln bei Raumtemperatur, zeigen jedoch einen signifikanten Verlust an Steifigkeit bei Temperaturen über 100 °C. In der Praxis hat Stanyl ab 100 °C die höhere Steifigkeit. Der Steifigkeitsvorteil von Stanyl bei erhöhten Temperaturen kann dazu genutzt werden, die Wanddicken der Formteile gegenüber denen für PPA oder PPS bei gleicher Glasfaserverstärkung um 10 bis 15 % zu verringern. Die mit Stanyl erzielbaren Gewichtseinsparungen sind vor allem im Fahrzeugbau und für Flugzeuganwendungen wichtig. Mit erhöhter Verstärkung lässt sich das Steifigkeitsniveau weiter steigern.
Flexural modulus versus temperature
Kriechverhalten
Das Kriechverhalten zählt zu den Faktoren, die die maximale Einsatztemperatur eines Polymers einschränken. Mit Stanyl anstelle von PA66 oder PPA bei gleicher Wärmeeinwirkung erschließen sich mehrere Alternativen:
Spart Material und Kosten
Lässt mehr Konstruktionsspielraum dank höherer Bruchdehnung
Kriechmoduli von 30 % verstärkten Polyamiden bei 160 °C und unter 20 MPa Belastung
Auswirkung der Glasfaserverstärkung auf den Kriechmodul von Stanyl bei 140
°C
Kriechverhalten von glasfaserverstärktem Stanyl und glasfaserverstärkten Wettbewerbsmaterialien bei 160 °C und unter 20 MPa Belastung
Zähigkeit und Ermüdung
Änderungen im Anteil der Glasfaserverstärkung wirken sich auf die beiden Zähigkeitsparameter unterschiedlich aus. Bei erhöhtem Glasfasergehalt nimmt die Bruchdehnung ab, während die Izod- und Charpy-Werte zunehmen. Auch glasfaserverstärktes Stanyl bietet unerreichte Izod- und Charpy-Schlagzähigkeit. Das macht Stanyl zum Material der Wahl für anspruchsvolle Anwendungen und erleichtert weitere Montageschritte, wie Stifteinsatz und Schnappverbindungen. Die sehr hohe Bruchdehnung von Stanyl ist ideal für dünnwandige Formteile, Filmscharniere und Insert-Anwendungen, wie Zahnräder und Riemenscheiben. Aufgrund seiner hohen und fein strukturierten Kristallinität ist Stanyl in seiner Ermüdungsbeständigkeit den meisten anderen technischen und wärmebeständigen Kunststoffen überlegen.
Schlagzähigkeit (23 °C, spritztrocken) und Wärmebeständigkeit unverstärkter Thermoplaste So bietet Stanyl eine signifikant höhere Ermüdungsbeständigkeit im Vergleich zu PA66, PPA und PPS für Hochtemperaturanwendungen. Die Ermüdungsbeständigkeit ist vor allem bei Zahnrädern, Ladeluftkühlern, Luftleitungen und Kettenspannern von Bedeutung.
Ermüdungsverhalten von glasfaserverstärktem Stanyl gegenüber PA66 und PPA |









