Höhere Magnesiumzufuhr über die Nahrung kann das Frakturrisiko senken

By:  Talking Nutrition Editors

Zusammenfassung

  • Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, der für zahlreiche Körperfunktionen benötigt wird  
  • Eine niedrige Magnesiumzufuhr kann zu einem erhöhten Risiko für diverse chronische Krankheiten führen. Jedoch ist   bis heute wenig darüber bekannt , welche Rolle es in Hinblick auf Osteoporose spielt.
  • Eine aktuelle Studie hat von einer signifikanten Verbindung zwischen einer erhöhten Magnesiumzufuhr und der Reduktion von Frakturen bei Männern und Frauen berichtet 

Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, der vom Körper für zahlreiche Funktionen benötigt wird; unter anderem ist Magnesium an über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt.1 Eine niedrige Magnesiumzufuhr wird mit einem erhöhten Risiko verschiedener chronischer Erkrankungen in Verbindung gebracht;2-6 jedoch ist weniger darüber bekannt, welche Rolle es für die Prävention osteoporotischer Frakturen spielt.7 In einer aktuellen Meta-Analyse8 wurde festgestellt, dass eine erhöhte Magnesiumzufuhr über die Nahrung nicht mit einem reduzierten Risiko für Frakturen einhergeht. In einigen Studien wurde eine die empfohlene Tagesdosis überschreitende Magnesiumzufuhr sogar mit einem höheren Risiko für Frakturen in Verbindung gebracht. Im Gegenzug hierzu konnte in Querschnittsuntersuchungen eine signifikante Verbindung zwischen einer erhöhten Magnesiumzufuhr und der Knochenmineraldichte aufgezeigt werden. Magnesium kann sich zudem vorteilhaft auf Entzündung und oxidativen Stress, zwei bedeutende Risikofaktoren für Osteoporose, auswirken.  

In einer neuen Studie,8 „Osteoarthritis Initiative“, wurden über einen Nachbeobachtungszeitraum von 8 Jahren Daten zur Magnesiumzufuhr und Knochenfrakturen der Studienteilnehmern erhoben. Die Patienten hatten ein hohes Risiko für Kniearthrose. Die geschätzte Magnesiumaufnahme über die Nahrung wurde durch einen Fragebogen zum Lebensmittelkonsum ermittelt, der zum Beginn der Studie „Osteoarthritis Initiative“ aufgezeichnet wurde. Die Kohorte wurde nach Geschlecht in Quintile für die Magnesiumzufuhr unterteilt, wobei die Tageswerte für Männer bei 205, 269, 323 und 398 mg und für Frauen bei 190, 251, 306 und 373 mg lagen. Insgesamt umfasste die Kohorte 3765 Teilnehmer, deren Durchschnittsalter 60,6 Jahre betrug. 

Die durchschnittliche Magnesiumzufuhr lag bei 295 mg täglich. Nur 27 % der gesamten Kohorte erreichte die jeweilige empfohlene Tagesdosis Magnesium (420 mg/Tag für Männer und 320 mg/Tag für Frauen). Nach einem durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraum von 6,2 Jahren entwickelten 560 Personen eine neue Fraktur des Knochenapparats. Männer und Frauen mit einer erhöhten Magnesiumzufuhr berichteten eine signifikant niedrigere Inzidenz für Brüche, verglichen mit den Personen mit der niedrigsten Magnesiumzufuhr. Nach Bereinigung um 14 potenzielle Störgrößen bei Studienbeginn und unter Verwendung der Personen mit der niedrigsten Magnesiumzufuhr als Referenzgruppe, berichteten Männer und Frauen im fünften Quintil (Gruppe mit der höchsten Magnesiumzufuhr) ein 53 % niedrigeres Risiko für Knochenfrakturen. Würde man die Probanden auf Grundlage der empfohlenen Tagesdosis für Magnesium einteilen, hätten nur Frauen, welche die empfohlene Tagesdosis für Magnesium erreichen, ein signifikant reduziertes Risiko für Frakturen. Die Gesamtzufuhr an Magnesium, modelliert als kontinuierliche Variable, war jedoch nicht mit einer Reduktion des Risikos für Frakturen bei der Nachbeobachtung verbunden.  

Diese Ergebnisse sind bemerkenswert, da die Forscher herausfanden, dass nur ein Viertel der Teilnehmer der Osteoarthritis Initiative berichteten, mindestens die empfohlene Tagesdosis an Magnesium zu konsumieren. Dies ist die erste Studie, die eine eindeutige und signifikante Verbindung zwischen einer erhöhten Magnesiumzufuhr und der Reduktion von Frakturen bei Männern und Frauen berichtet. Da Magnesium unzählige Funktionen im Körper innehat, sind weitere Studien zur Erklärung des molekularen Wirkmechanismus einer erhöhten Magnesiumzufuhr auf Knochenbrüche erforderlich.

Published on

13 October 2017

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Verweise

1. Swaminathan R (2003) Magnesium metabolism and its disorders. Clin Biochem Rev 24, 47–66.

2. Veronese N, Zanforlini BM, Manzato E, et al. (2015) Magnesium and healthy aging. Magnes Res 28, 112–115.

3. Del Gobbo LC, Imamura F, Wu JHY, et al. (2013) Circulating and dietary magnesium and risk of cardiovascular disease: a systematic review and meta-analysis of prospective studies. Am J Clin Nutr 98, 160–173.

4. Mizushima S, Cappuccio FP, Nichols R, et al. (1998) Dietary magnesium intake and blood pressure: a qualitative overview of the observational studies. J Hum Hypertens 12, 447–453. 

5. Sarrafzadegan N, Khosravi-Boroujeni H, Lotfizadeh M,et al. (2016) Magnesium status and the metabolic syndrome:  a systematic review and meta-analysis. Nutrition 32,409–417.

6. Dong J-Y, Xun P, He K, et al. (2011) Magnesium intake and risk of type 2 diabetes: meta-analysis of prospective cohort studies. Diabetes Care 34, 2116–2122.

7. Veronese N et al. Dietary magnesium intake and fracture risk: data from a large prospective study. British Journal of Nutrition 2017; 117:1570-1576.

8. Farsinejad-Marj M, Saneei P & Esmaillzadeh A (2016) Dietary magnesium intake, bone mineral density and risk of fracture: a systematic review and meta-analysis. Osteoporos Int 24, 1389–1399.

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