Kann Ernährung zum Schutz der Augen beim Altern beitragen?

By:  Dr. Manfred Eggersdorfer, Senior Vice President, Nutrition Science & Advocacy at DSM and Professor for Healthy Aging at University Medical Center Groningen

Ernährungsunterstützung für ein gesundes Sehvermögen

Zusammenfassung

  • Mit der stetig ansteigenden Lebenserwartung der Weltbevölkerung nehmen auch altersbedingte Erkrankungen und Beschwerden zu, die die Augengesundheit und die Lebensqualität beeinträchtigen, wie beispielsweise die altersbedingte Makuladegeneration (age-related macular degeneration, AMD) 
  • Gesundes Sehen wurde als das wichtigste gesundheitliche Anliegen für Verbraucher aus aller Welt identifiziert. Während des Workplace Eye Wellness Month richtet sich das Augenmerk auf Möglichkeiten zum besseren Schutz der Augengesundheit am Arbeitsplatz und der daraus folgenden Reduktion von Sehstörungen im späteren Leben 
  • Die Belastung mit blauem Licht digitaler Geräte wie Smartphones oder Computerbildschirmen ab einem frühen Alter kann das Risiko von Augenschäden im höheren Erwachsenenalter steigern 
  • Wissenschaftliche Erkenntnisse weisen zunehmend darauf hin, welchen Stellenwert Mikronährstoffe wie Lutein, Zeaxanthin und Omega-3-Fettsäuren hinsichtlich der Augengesundheit älterer Menschen innehaben, wenn sie als Teil einer langfristigen Strategie zur Förderung der Augengesundheit eingesetzt werden. Diese Erkenntnisse spiegeln sich auch in den „Health Claims“, den nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben über Lebensmittel der Europäischen Union (EU) wider 

Die Augengesundheit im höheren Lebensalter kann durch zahlreiche Faktoren beeinflusst werden

Als „Workplace Eye Wellness Month“ bietet der Monat März eine wertvolle Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie sich unsere Lebensgewohnheiten und alltäglichen Aktivitäten auf unsere lebenslange Augengesundheit auswirken können. Durch die weltweit immer stärker zunehmende Nutzung digitaler Technologien, insbesondere im Büroumfeld, beschränken sich chronische Augenprobleme und -schäden nicht mehr nur auf jene Personen, die in gefährlichen oder arbeitsintensiven Bereichen tätig sind. Tatsächlich gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass eine langzeitige, andauernde Belastung mit blauem Licht der Sonne oder digitaler Geräte, wie Computern, Tablets oder Smartphones, das Risiko eines beeinträchtigten Sehvermögens im späteren Leben erhöhen kann. 

Eine wachsende Herausforderung für die Gesundheitssysteme  

Die Augengesundheit stellt für Einzelpersonen und Gesundheitsdienstleister weltweit weiterhin eine Herausforderung und ein Anliegen dar. Wie eine Studie von DSM gezeigt hat, ist die Augengesundheit die größte gesundheitliche Sorge erwachsener Personen weltweit, wobei 70 % der Befragten die Sorge um ihre Sehgesundheit über andere Probleme wie das Gewicht oder die Leistungsfähigkeit stellten.1 Eine Einschränkung des Sehvermögens wirkt sich nicht nur auf den Alltag der Betroffenen aus, sondern kann eine erhebliche wirtschaftliche Belastung für die Gesellschaften weltweit darstellen, wobei davon auszugehen ist, dass diese Belastung mit der sprunghaft ansteigenden Lebenserwartung der Lebensbevölkerung weiter zunehmen wird.

Während einige die Augengesundheit negativ beeinflussende Faktoren, wie Rauchen, eine anhaltende Belastung mit blauem Licht (insbesondere bei einer Aussetzung von einem frühen Lebenszeitpunkt an) sowie Bluthochdruck veränderbar sind und im Rahmen eines präventiven Ansatzes angegangen werden können, sind andere Faktoren, wie das Alter und die Erbanlagen, unveränderlich, wodurch sie sich deutlich schwerer handhaben und kontrollieren lassen. Zwar muss eine Beeinträchtigung der Sehgesundheit dank der Fortschritte in Medizin und Wissenschaft nicht mehr als unausweichliche Konsequenz des Älterwerdens betrachtet werden, jedoch ist es unerlässlich, weiterhin Präventivmaßnahmen zu ergreifen, um die Sehgesundheit der zunehmend älter werdenden Bevölkerung zu schützen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Anzahl der über Sechzigjährigen bis 2050 auf zwei Milliarden verdoppeln wird, weshalb es jetzt an der Zeit ist, dass die Gesundheitssysteme und Ärzte weltweit die notwendigen Schritte ergreifen, um dieses zunehmend größer werdende Problem anzugehen.2  

Altern und die Auswirkung auf die Augengesundheit 

Eine Einschränkung des Sehvermögens kann Menschen jedes Alters betreffen, ist jedoch in der älteren Generation am verbreitetsten. So sind Schätzungen zufolge 82 % der von Blindheit betroffenen Personen 50 Jahre alt und älter.3 Es wird davon ausgegangen, dass die Anzahl älterer Personen mit eingeschränktem Sehvermögen aufgrund der zunehmenden Prävalenz von Erkrankungen wie Diabetes sowie der wachsenden Inzidenz altersbedingter Augenerkrankungen wie Katarakten und AMD noch weiter ansteigen wird.  

AMD ist eine progressive Augenerkrankung und die Hauptursache für Blindheit bei Menschen über 50 Jahren. Berichte deuten darauf hin, dass diese Erkrankung aufgrund der steigenden Lebenserwartung an Bedeutung gewinnen wird. Schätzungen zufolge soll die Anzahl der Erkrankten bis 2050 auf 5,44 Millionen ansteigen.4 Zu den weiteren Hauptursachen für Sehschwächen im höheren Lebensalter zählen:  

  • Verlust des Makulapigments (MP), der zu einer Reduktion der Sehschärfe führen kann
  • Katarakt, eine Augenerkrankung, bei der die Sehqualität durch eine Linsentrübung beeinträchtigt wird
  • Eine anhaltende Belastung mit blauem Licht digitaler Geräte, das die Lichtrezeptoren zerstören und, insbesondere mit zunehmendem Alter, nachteilige Auswirkungen auf die Augenlinse haben kann
  • Sicca-Syndrom, eine häufige, komplexe Erkrankung, die den Sehkomfort und die Sehleistung mindert 

Unterstützung der Augengesundheit durch die Ernährung 

Zwar konnten –beispielsweise durch häufigere und effektivere Augenuntersuchungen – signifikante Fortschritte im Management und in der Behandlung von zu Sehstörungen beitragenden Erkrankungen erzielt werden, jedoch könnte der Einsatz einer nachhaltigen Präventionsstrategie eindeutig zu einer weiteren Eindämmung von Schäden und Degenerationen der Augen beitragen. Tatsächlich gibt es zunehmend Belege, die das wissenschaftliche Potenzial der Ernährung hinsichtlich des Schutzes der Augengesundheit während des gesamten Lebens aufzeigen. Aus diesem Grund erfahren die Möglichkeiten, die eine gesündere Ernährung und eine verbesserte Versorgung mit Mikronährstoffen im Erwachsenen- und im höheren Alter bieten können, seitens der medizinischen und wissenschaftlichen Gemeinschaft seit einiger Zeit erhöhte Aufmerksamkeit.  

Als Beispiel ist Lutein zu nennen – dieser Nährstoff, der ausschließlich über Nahrungsmittel aufgenommen wird, ist ein Carotinoid, der, insbesondere in Kombination mit Zeaxanthin als einer der wichtigsten Nährstoffe für die Prävention von AMD erachtet wird. Zwar sind noch weitere Forschungen erforderlich, jedoch wurde in der Age-Related Eye Disease Study 2 (Studie zu altersbedingten Augenerkrankungen, AREDS) – der gegenwärtig größten Humanstudie zu Nahrungsergänzungsmitteln in Bezug auf die Augengesundheit - herausgefunden, dass die Einnahme dieser zwei Carotinoide das Risiko der Progression zu einer fortgeschrittenen AMD über einen Zeitraum von fünf Jahren um 18 % senken konnte. 5 Darüber hinaus wurden positive Auswirkungen in Form eines reduzierten Kataraktrisikos sowie einer verbesserten Sehleistung beobachtet.6,7   

Zudem liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass Omega-3-Fettsäuren, wie Eicosapentaensäure (EPS) und Docosahexaensäure (DHS) einen wirksamen Beitrag zum Management des Sicca-Syndroms leisten können, während erste Ergebnisse darauf hindeuten, dass Vitamin C, Vitamin E und Beta-Carotin die mit Katarakten verbundenen Risikofaktoren reduzieren können.8,9

Gesundheitsbezogene Aussagen in der EU

Es gibt zahlreiche gesundheitsbezogene Aussagen in der EU, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Bedeutung von Nährstoffen für die Augengesundheit untermauern, wie zum Beispiel: 

  • Gesunde Bevölkerung (Artikel 13.1) 
  • DHS trägt zur Erhaltung eines normalen Sehvermögens bei 
  • Riboflavin trägt zur Erhaltung eines normalen Sehvermögens bei 
  • Vitamin A trägt zur Erhaltung eines normalen Sehvermögens bei 
  • Zink trägt zur Erhaltung eines normalen Sehvermögens bei

Published on

26 March 2018

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Verweise

[1] DSM, ‘Global health concerns’, [report], 2017.

[2] WHO, ‘Ageing and life course’, [website], 2018, http://www.who.int/ageing/about/facts/en/, (accessed 6 March 2018).

[3] WHO, ‘Visual impairment and blindness’, [website], 2017, http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs282/en/, (accessed 6 March 2018).

[4] National Eye Institute, ‘Age-related macular degeneration (AMD)’, [website], https://nei.nih.gov/health/maculardegen (accessed 5 March 2018). 

[5] E. Chew et al., ‘The age-related disease study 2 (AREDS2): study design and baseline characteristics (AREDS2) report number 1,’ Opthamology, vol. 119, no. 11, 2012, p. 2282-2289.

[6] Ibid.

[7] G. Weigert et al., ‘Effects of lutein supplementation on macular pigment optical density and visual acuity in patients with age-related macular degeneration’, Invest Opthalmol Vis Sci., vol. 52, no. 11, 2011, p. 8174-8178.

[8] A. Liu and J. Ji, ‘Omega-3 essential fatty acids therapy for dry eye syndrome: a meta-analysis of randomized controlled studies’, Med Sci Monit, vol. 20, no. 6, 2014, p. 1583-1589. 

[9] L. Chylack et al., ‘The Roche European American Cataract Trial (REACT): a randomized clinical trial to investigate the efficacy of an oral antioxidant micronutrient mixture to slow progression of age-related cataract’, Opthalmic Epidemol, vol. 9, no. 1, 2002, p. 49-80.

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